Am 18. Februar 2016 besuchten die Lateiner/innen der 10. Klassen unter der Leitung von StRefin Scherr, StR Rau und dem Praktikanten Bastian Scholz die Glyptothek in München. Die Exkursion fügte sich harmonisch in die Lektüre von Ciceros Gerichtsredenpaar In Verrem ein. Gaius Verres hatte sich als römischer Statthalter in Sizilien durch systematischen Diebstahl und Erpressung Kunstwerke von unermesslichem Wert angeeignet und nicht nur seiner Provinz, sondern auch dem Ansehen Roms durch sein skrupelloses Vorgehen erheblichen Schaden zugefügt. Damit sich der Lateinunterricht nun nicht nur auf das Übersetzen von Ciceros schwärmerischen Statuen- Beschreibungen beschränkte, wollten wir vergleichbare Skulpturen auch einmal in natura betrachten. Am Zielort konnten wir uns wie in Verres' Palast fühlen, angesichts der Fülle von griechischrömischen Kunstwerken, die in der Glyptothek zu bewundern sind. Jeder stellte als Experte bzw. Expertin ein Kunstwerk näher vor. Dabei bewiesen die Schülerinnen und Schüler, dass sie anhand der typischen Stilmerkmale nunmehr Statuen eindeutig der archaischen, klassischen oder hellenistischen Epoche zuordnen können. Besondere lumina (auf Neudeutsch "Highlights") waren der sich lasziv räkelnde Barberinische Faun, die römischen Kaiserportraits sowie die hellenistischen Spielereien Ganswürger und Trunkene Alte. Einige Schülerinnen und Schüler zeigten mit ihrer Imitation der Ägineten, einer Figurengruppe vom Athena-Aphaia-Tempel auf der griechischen Insel Ägina, durchaus dieselbe "stille Größe" (J.J. Winckelmann) wie ihre unbelebten Vorbilder. Abgerundet wurde die Exkursion mit einem Rundgang durch die Antikensammlung, wo noch ein kurzer Blick auf Meisterwerke der griechischen Vasenmalerei und auf etruskische Exponate geworfen werden konnte, einem gemeinsamen Mittagessen und anschließender Freizeit in der Münchener Innenstadt, bevor am späten Nachmittag die Rückfahrt nach Amberg angetreten wurde.

StR Rau