0BCD7A2D 5156 443F BF35 B57C2CA99102 Der ehemalige EG-Schüler, Dr. Philipp Brandl, der am GEOMAR Helmholtz Centre for Ocean Research in Kiel forscht und sich derzeit auf der „Joides Resolution“, einem Forschungsschiff, im Südpazifik befindet und gemeinsam mit einem Team von etwa 30 internationalen WissenschaftlerInnen den untermeerischen Vulkan „Brothers“ genauer untersucht, ermöglichte den beiden zehnten Klassen am 12.06.2018 quasi einen Ausflug auf dieses Schiff. Zwar ca. 20 000 km entfernt und doch mittels moderner Videoübertragung durch Satellit hautnah live dabei durften die ZehntklässlerInnen nicht nur Interessantes über das Forschungsprojekt kennen lernen, sondern gemeinsam mit Philipp an einem Rundgang über das Schiff teilnehmen. So erfuhren die SchülerInnen beispielsweise, dass die technische Ausstattung auf dem Schiff z.T. besser sei als an mancher Universität, dass die aus der Tiefe geholten Bohrkerne zunächst zur Akklimatisierung einige Stunden in einem Regal lagern und dann aufgeteilt werden in eine Archiv- und eine Arbeitshälfte. Die begehrten Gesteinsproben werden von den WissenschaftlerInnen an verschiedenen Stellen mit kleinen Fähnchen, auf denen sich die jeweiligen Initialen befinden, versehen, um so zu markieren, an welchem Bereich des Bohrkerns der jeweilige Wissenschaftler bzw. die jeweilige Wissenschaftlerin später noch arbeiten will.

Das Spezialgebiet unseres ehemaligen Schülers, der im Jahr 2003 sein Abitur abgelegt und bereits 1999 bei „Jugend forscht“ einen Preis gewonnen hat, ist die Gesteinsbeschreibung mit Hilfe von Dünnschliffen. Dazu wird das Gestein auf 30 Mikrometer dünn geschliffen und zwischen zwei Abdeckglasscheiben zur weiteren Untersuchung unter das Rasterelektronen-mikroskop gelegt.

Gegen Ende der spannenden Unterrichtsstunde durften die SchülerInnen noch persönlich Fragen an Philipp stellen. Hier erfuhren sie beispielsweise, dass der Bohrkern bereits nach 20 Minuten an Deck ist und dann die eigentliche Arbeit damit beginnt, auch dass das Schiff aus den 70er Jahren stammt und ursprünglich für eine Ölfirma konzipiert und anschließend als Forschungsschiff umgebaut wurde, oder dass die Besatzung für die zweimonatige Expedition u.a. 750kg Reis und eine Tonne Kartoffeln mit an Bord genommen hat und dass immer wieder Probleme mit dem Wetter und entsprechend hohem Wellengang auftreten.

Wir danken unserem ehemaligen Schüler, Dr. Philipp Brandl, für diese außergewöhnliche und höchst interessante Unterrichtsstunde!

Katrin Schön

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