Schön wäre es schon, in einer Kommune zu leben, die sich zu 100% selbst mit sauberem Strom aus regenerativen Energiequellen versorgen kann. Die vielleicht sogar noch Strom an andere Kommunen verkaufen kann. Ist der Weg dahin wirklich so lang und steinig?
Mit diesem Thema beschäftigte sich die Q11 in Geographie. Um der Antwort näher zu kommen, besuchten wir das Energiespardorf, das der Bund Naturschutz BUND seit diesem Jahr in den Räumen der Stadtwerke Amberg unterhält.
Zunächst setzten wir uns mit dem Stromverbrauch von Haushaltsgeräten auseinander. Beziehungsweise strampelten wir auf einem Fahrrad samt Generator und erwärmten mit der erschwitzten Energie Wasser, betrieben einen Radio oder diverse Leuchtmittel. Das Einsparpotenzial einer LED-Lampe im Vergleich zu einer 60 Watt Glühbirne war auf diese Weise „leicht“ nachvollziehbar.
Danach bekam jeder von uns ein Häuschen in der Musterkommune. Einige wurden Immobilienhaie, Fabrikbesitzer oder zogen gar ins Pfarramt. Wichtig war die Erkenntnis, dass wir hier den realen Stromverbrauch einer Kommune von der Größe Kümmersbrucks simulierten. Sämtliche Verhaltensänderungen der „Einwohner“, wie etwa der Kauf energiesparender Haushaltsgeräte oder die Installation von Solarpanelen auf den Dächern, wurden sofort in der kommunalen Verbrauchsbilanz errechnet und per Beamer sichtbar gemacht.
Erstaunlich! In einer Idealkommune, in der jeder nur noch die sparsamsten Haushaltsgeräte verwendet, ließen sich 50% der Stromkosten der privaten Haushalte einsparen! Und mit Solarpanelen auf jedem zweiten Dach und nur einem einzigen großen Windrad wäre Kümmersbruck autark!
Dieser Vormittag bot einige Überraschungen. Die Energie war sicher nicht verschwendet!
Vielen Dank nochmal an die freiwilligen Helfer des BUND!

J. Eder