+++ Wir wünschen der ganzen Schulfamilie schöne und erholsame Ferien. Am Dienstag, 12.09.2017 gehts dann wieder los ......+++

Griechisch

Informationen zur Wahl von Griechisch als dritte Fremdsprache

 

Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Eltern,

die grundsätzliche Frage, die in der 7. Jahrgangsstufe zu beantworten ist, lautet:

Entscheide ich mich für eine weitere moderne oder eine „alte" Sprache?

Wähle ich – wie im Englischen – die Möglichkeit, selbst Sätze in einer fremden Sprache zu formulieren?
Oder bevorzuge ich – wie vom Lateinischen bekannt – das schriftliche Übersetzen vorgegebener Texte, deren Botschaft ich genau entschlüsseln muss?

Übrigens wird der Weg zu einer zweiten modernen Fremdsprache durch die Wahl von Griechisch nicht verbaut:
Auch Griechisch-Schüler können nach der 9. Klasse Latein ablegen (sie erhalten den Latinum-Vermerk im Abiturzeugnis) und in den Jahrgangsstufen 10 bis 12 Italienisch lernen.
Diese Wahlmöglichkeit wurde am Erasmus-Gymnasium entwickelt und ist mittlerweile von Schulen in ganz Bayern übernommen worden.

 

 

Natürlich ergeben sich bei einer – scheinbar(!) – so „exotischen" Sprache wie Altgriechisch zahlreiche Fragen:

1. Wie schwierig ist es, die griechische Schrift zu erlernen?

Das größte Hindernis bei der Annäherung an das Griechische ist die Schrift, die jedoch nur auf den ersten Blick fremd erscheint. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass sich die Hälfte aller Großbuchstaben im lateinischen Alphabet wiederfindet.
Die restlichen Groß- und die Kleinbuchstaben lernen die Schüler, nach allen bisherigen Erfahrungen, innerhalb einer Woche: Sie können dann bereits griechisch lesen!
 

2. Wie groß ist der Lernaufwand im Griechischen?

Anders als im Lateinischen wird von Anfang an nur aus der Fremdsprache übersetzt, da das Ziel des Unterrichts die Lektüre griechischer Autoren wie z.B. Platon ist.
Die Schüler lernen außerdem nur die Vokabeln, die für die später behandelten Texte wichtig sind. Daher ist die Zahl der Wörter im Vergleich zu einer modernen Fremdsprache deutlich eingeschränkt.
Unser Lehrbuch, das in zwei Jahren durchgearbeitet wird, bietet etwa 1250 Vokabeln; pro Unterrichtsstunde sind ca. 6 neue Wörter zu lernen.
Zahllose Fremdwörter hat das Deutsche vom Griechischen übernommen: nicht nur „Elektrokardiogramm", sondern auch so „deutsch" klingende Wörter wie „Schule", „Tisch" oder „Pirat". Daher lassen sich viele Lernhilfen finden, die das Vokabelpauken erleichtern.
Selbstverständlich führt aber auch im Griechischen, wie in jeder Fremdsprache, nur gewissenhaftes Lernen zum Erfolg! Die sprachlichen Strukturen des Griechischen sind denen des Lateinischen recht ähnlich. Wer bisher mit AcI, Partizip oder ablativus absolutus zurecht kam, wird auch im Griechischen keine allzu großen Probleme haben – oder lernt jetzt endlich verstehen, was der Sinn eines Gerundivs ist!
Überschaubare Lerngruppen von ca. 15 bis 20 Schülern ermöglichen außerdem intensives Üben und das Eingehen auf individuelle Schwierigkeiten.
 

3. Wie sehen die Prüfungen aus?

Die Schulaufgaben bestehen entweder nur aus einer Übersetzung ins Deutsche oder aus einer Übersetzung plus Fragen zu Grammatik etc., wie aus dem Lateinischen bereits bekannt.
Eine aktive Beherrschung der Sprache wird nicht gefordert.
 

4. Mit welchen Themen beschäftige ich mich im Griechischunterricht?

Die Sagen, die auf der Insel Kreta spielen, werden ebenso behandelt wie die Taten des Herakles, griechische Dramen wie „König Ödipus" stehen neben Episoden aus der griechischen Geschichte, der Philosoph Sokrates tritt auf, aber auch der Apostel Paulus; wir erleben Szenen im antiken Olympia und in Delphi.
Das Lehrbuch stellt alle griechischen Landschaften vor und stimmt damit von der ersten Unterrichtsstunde ein auf die Griechenlandfahrt, die traditionell alle Griechischschüler des EG unternehmen.
 

Die zentralen Fragen aber lauten:

5. Warum soll ich Griechisch lernen? Wozu kann ich diese Sprache gebrauchen?

Antworten auf diese Fragen sollen ausführlich am Informationstag zur Wahl der dritten Fremdsprache gegeben werden.

Hier sei nur in aller Kürze gesagt:

  • „Nütze" im Sinn von „unmittelbar anwendbar" ist Griechisch nicht.
  • Seine Vorzüge liegen in ganz anderen Bereichen:
    • Es führt uns zu den Wurzeln der europäischen Kultur, Politik und Wissenschaft, die ohne die griechische Antike nicht denkbar wären.
    • Die klassischen, d.h. immer aktuellen Texte zwingen den Leser, sich mit sich selbst und seiner Welt auseinander zu setzen, sei es bei der Frage nach dem Glück, dem Anfang der Welt oder der Existenz von Göttern.
    • Durch die Beschäftigung mit antiker Mythologie, Philosophie, Geschichte, Kunst und Religion erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Allgemeinbildung, die in den aktuellen PISA-Diskussionen wieder verstärkt gefordert wird.

 

Für weitere Fragen stehe ich, wie auch meine Kollegen, Frau StRin I. Grünauer und Herr OStR P. Moosburger, gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Christina Schleicher, StDin

Am vorletzen Schultag (28. 7. 2016) waren die Griechisch-Schüler der 9. Klasse in Begleitung von Frau Biehler und dem Schreiber dieser Zeilen  in der Glyptothek in München, wo die bedeutendste Sammlung antiker Statuen in Bayern zu sehen ist; Begründer dieser Sammlung ist der bayerische König Ludwig I..
Anhand der Exponate wurden die Kunst-Merkmale  der Stilepochen Archaik, Klassik und  Hellenismus erarbeitet bzw. vertieft; so konnte die Entwicklung der griechischen Bildhauerei von  starr-symmetrischen Darstellungen (Archaik) über Personendarstellungen nach dem Ideal der Schönheit (Klassik) bis zu Portrait und Wiedergabe von Empfindungen (Hellenismus) nachvollzogen werden.
Herausragendste Objekte waren die Giebelgruppen des Aphaia-Tempels von Ägina, ein Werk der Spätarchaik, an dem bereits der Übergang zur Klassik erkennbar ist.
An manchen Skulpturen waren noch Reste von ursprünglicher Farbigkeit zu sehen.
Da im Anschluss noch ein Bummel in der Münchner Innenstadt auf dem Programm war, sind wir erst spät abends heimgekommen.

Moosburger, OStR

Glyptothek 2016 Giebelfiguren vom Aphaia-Tempel in Ägina - Archaische Epoche Ein schlaftrunkener Satyr: 'Der Barbarinische Faun'

'Der Ganswürger' - Römische Marmorkopie eines hellenistischem Bronzeoriginals Glyptothek 2016

Den günstigen Augenblick der letzten Schulwoche ergreifend, besuchten die Griechen der 10. Klasse zusammen mit ihren Lehrerinnen StRin Irene Grünauer und StRefin Maria Scherr die Glyptothek und Antikensammlung München. Angelangt am Königsplatz, wurden im ersten Teil der Tagesexkursion die Skulpturen und Porträts der seit 1830 bestehenden Glyptothek besichtigt. Vor Ort erlebten die Amberger graeculi anhand einzelner Exponate einen Streifzug durch die antike Plastik. Hauptaugenmerk wurde dabei auf das Herzstück der Ausstellung, die Ägineten, die Giebelfiguren des Aphaiatempel auf Ägina, gelegt. Ferner erhielten je zwei Schüler den Arbeitsauftrag, eine ausgewählte Statue in ihrer Darstellungsart zu beschreiben und mithilfe einer graphischen Übersicht zeitlich einzuordnen. Erklärungen von Seiten der Lehrkräfte rundeten dabei die Schülerbeiträge ab. Auf diesen ,Grundkurs antiker Plastik‘ folgte als zweiter Teil eine Führung durch den Ausstellungsraum der Antikensammlung. Hierbei richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Geschichte der griechischen Vasenmalerei, welche in ihrer Chronologie anhand ausgewählter Stücke aufgezeigt wurde. Unter anderem konnte eines der bekanntesten Ausstellungsstücke, die Augenschale des Exekias, die Bewunderung der Schüler auf sich ziehen. Am äußeren Rand mit Augen verziert, zeigt die Schale den Weingott Dionysos zu Schiff.

Beladen mit den verschiedensten Eindrücken antiker Kunst ließen die Amberger Philhellenen ihre Tagesexkursion im Sinne von Horazens nunc est bibendum in der Münchner Innnenstatdt ausklingen.

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Einblicke in den Griechisch-Unterricht

- oder: "Tote Sprachen leben länger" -

 

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