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Geschichte

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Links Oben: OStR Florian Häusler, StR Simon Gräß, OStR Peter Moosburger

Links Vorne: StD Josef Witt, LAssin Nicole Druckseis, StRin Brigitta Biehler

Die Gräueltaten der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten lassen- zu diesem Zwecke besuchten die 9. Klassen am vergangenen Donnerstag im Rahmen des Geschichtsunterrichts das ehemalige Konzentrationslager in Dachau. Dort wurde den Schüler anhand einer Ausstellung, eines Films und einer Führung auf bedrückende Weise vermittelt, was es bedeutete, in einem KZ Häftling zu sein. Nach diesem sicherlich alle sehr nachdenklich stimmenden Tag, war man sich einig- so etwas darf sich nie wieder irgendwo auf der Welt wiederholen.

Text & Bilder: Benedikt Lueger

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An dieser Stelle findest du für jede Jahrgangsstufe das Grundwissen für das Fach Geschichte zusammengefasst auf je einer Seite.

Frau Augustin ermöglichte es uns am Ende des Schuljahres, im Rahmen des Projekts „Schule und Archiv“, das in der Nähe des Erasmus-Gymnasiums gelegene Staatsarchiv der Oberpfalz zu besuchen. Viele Besuch im Stadtarchiv von uns wussten nicht, welche Aufgaben ein Archiv zu meistern hat. Herr Dr. Strobel, Betreuer des Projekts „Schule und Archiv“, erklärte uns zunächst Grundsätzliches über die Arbeit eines Archivars und über den Zuständigkeitsbereich des Staatsarchivs Amberg. Zu den Hauptaufgaben zählt es, Schriftgut zu verwalten. In Amberg werden Archivalien aus der gesamten Oberpfalz gesammelt. Zu den Beständen zählen unter anderem Justizakten sowie Verwaltungsakten der Baubehörden. Nicht jedes verfasstes Schriftstück findet seinen Weg in das Archiv, vielmehr muss die Archivwürdigkeit geprüft werden. Das älteste Archivgut im Staatsarchiv ist eine Urkunde aus dem Schloss Kastl aus dem Jahre 1043. Beeindruckend ist auch, dass die Archivalien zusammen eine Strecke von ca. 25.000 laufenden Metern ergeben, wenn man sie aneinanderlegen würde.

Anschließend führte uns Herr Dr. Strobel durch das Haus. Im Magazin werden die Archivalien bei einer Temperatur von ca. 16-20 °C und geschützt von Sonne gelagert, um die Schriftstücke vor Schäden zu bewahren. Falls größere Reparaturen notwendig sind, übernehmen dies beispielsweise speziell ausgebildete Restauratoren in München. Im Lesesaal ist es möglich, die Archivalien einzusehen. Dies ist auch für die Öffentlichkeit möglich, wenn sie ein berechtigtes Interesse zeigt. Beachtet werden muss allerdings auch, dass es bei dem Archivgut Sperrfristen gibt, um Personendaten zu schützen.

Besuch im StadtarchivIm Anschluss setzten wir uns intensiv mit den Archivalien auseinander, wobei wir uns auf das Thema „Jüdisches Leben in Amberg zur Zeit des Nationalsozialismus“ konzentrierten. In diesem Zusammenhang war es interessant, dass wir Originalarchivalien sehen konnten, die für uns im Arbeitsraum ausgestellt wurden. Jede der fünf Gruppen beschäftigte sich jeweils mit einem der folgenden Themenbereiche: „Jüdische Mitbürger“, „Ausgrenzung“, „Boykott jüdischer Geschäfte“, „Die Reichspogromnacht in Amberg“ sowie „Arisierung jüdischen Eigentums“. Abschließend informierte sich unsere Klasse gegenseitig über ihre Arbeitsergebnisse, indem die einzelnen Plakate vorgestellt wurden.

Frau Augustin ermöglichte uns zudem einen Einblick in die Lebensweise der jüdischen Besuch im StadtarchivMitbürger in Amberg zur Zeit des Nationalsozialismus. Der Kreisheimatpfleger Herr Dörner führte uns durch die Amberger Altstadt und erklärte der Gruppe anhand von bedeutenden Gebäuden den Alltag der jüdischen Bevölkerung. Im Laufe der Stadtführung, zu deren Stationen das Amberger Rathaus, die heutige Buchhandlung Rupprecht, das ehemalige Geschäft Forum und die Synagoge zählten, erkundeten wir die Amberger Geschichte. So erfuhren wir unter anderem, dass der heutige Gebäudekomplex Forum in betreffender Zeit einem jüdischen Mitbürger namens Siegfried Hirsch gehörte und ERWEGE hieß. Die Exkursion ermöglichte es uns, einen Einblick in das jüdische Leben und das Schicksal der Bevölkerung vor Ort zu bekommen.

Insgesamt war es sehr interessant, informativ und hat uns allen sehr gut gefallen.

Aaron Bauer, Lennart Pyrkocz, Frau Augustin

Giftspritzen, Gaskammern, Verbrennungsöfen.

Das alles sind Dinge, die man leicht für Requisiten eines Horrorfilms halten könnte. Doch das, was die 9. Klassen bei der diesjährigen Fahrt zur KZ-Gedenkstätte in Dachau am 16. April 2015 zu sehen bekamen, war keineswegs das Filmset eines Horrorfilms. Die KZ-Gedenkstätte ist ein trauriges Mahnmal aus einer Zeit, deren Grausamkeiten wohl keinen von uns kalt lassen. Als die drei neunten Klassen um kurz nach acht Uhr die Reise antraten, herrschte in den zwei Bussen beste Stimmung. Witze wurden gerissen. Gelächter war zu hören. Doch als wir nach der zweieinhalbstündigen Busfahrt und einem kurzen Fußmarsch schließlich das Tor zum ehemaligen KZ-Gelände durchquerten, schlug die Stimmung um. Fünf Minuten zuvor noch heiter, war sie jetzt eher nachdenklich, fast schon bedrückend.

Als erstes auf dem Programm stand die Besichtigung der im ehemaligen Wirtschaftsgebäude untergebrachten Ausstellung des Konzentrationslagers. Neben Informationen zum Weg in die Nazi-Diktatur und zum Zweiten Weltkrieg konnte man dort viel über die Geschichte des Konzentrationslagers, seine Bedeutung für die Nationalsozialisten und das Leid der Häftlinge erfahren. In der darauffolgenden Führung über Teile des Geländes erhielten wir weitere Informationen, vor allem über die Situation und den Alltag der Häftlinge. So erfuhren wir beispielsweise, dass jedes noch so kleine „Vergehen“, wie z. B. ein falsch gemachtes Bett oder das Schmuggeln von Lebensmitteln, hart bestraft wurde. Die teils sadistischen Strafen dienten hauptsächlich dazu, die Häftlinge einem starken psychischen Druck auszusetzen, da die SS sie jederzeit wegen irgendeiner Kleinigkeit bestrafen konnte und die Inhaftierten somit in ständiger Angst leben mussten.

Eines wurde während der Führung auf jeden Fall klar: Ebenso wie die Vernichtungslager wie Auschwitz war das Arbeitslager in Dachau allein darauf ausgerichtet, Menschen, die in den Augen der Nazis als minderwertig galten – dazu gehörten neben politischen Gegnern insbesondere Juden, Homosexuelle und sogenannte „Asoziale“ – zu zerstören, sowohl durch den täglichen Psychoterror als auch durch unmenschlich harte Arbeit.

Am Ende der Führung besichtigten wir noch eine Baracke, in der die Häftlinge hausen mussten, sowie das Krematorium mit den Verbrennungsöfen und die Gaskammer, von der man bis heute nicht sicher weiß, ob sie jemals zum Einsatz gekommen ist.

Auch wenn es rund 80 Jahre her ist, dass im KZ-Dachau und in anderen in Europa errichten Arbeits- und Vernichtungslagern derartige Grausamkeiten verübt worden sind, ergreift einen blankes Entsetzen, wenn man den ehemaligen Schauplatz eben jener Grausamkeiten aus nächster Nähe zu Gesicht bekommt. Und vor allem in Zeiten von nationalistischen Bewegungen wie PEGIDA und deren zahlreichen Ablegern sollten wir uns im Klaren darüber sein, dass wir einer solch menschenverachtenden Ideologie wie dem Nationalsozialismus nicht noch einmal gestatten dürfen, ihre chauvinistischen, rassistischen und schlicht und ergreifend verachtenswerten „Ideale“ als Legitimation für Unmenschlichkeiten solchen Ausmaßes zu verwenden.

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