+++ Herzliche Einladung zur Klassenelternversammlungen der Jahrgangsstufen 6 - 9 am 25. Oktober +++

Bild der Woche

Griechenland geistert derzeit unübersehbar durch die Nachrichten; überall klebt ein Stückchen Information, Resignation oder Solidarität. Und auch unsere Schule prägt das kleine Land, wenn auch weniger aus politischen Gründen, denn humanististischer Tiefsinnigkeit.

 Inmitten jenes unselbstständigen und bestimmenden σύγχυση {Wirrwarrs} bleibt dennoch  eine Sache, die weder den Griechen, noch den Deutschen, noch anderen Europäern oder Weltbewohnern genommen werden kann, die sich individuell entfalten und im Geiste nicht unterdrückt werden kann, etwas das alle gemeinsam haben. Die subtile subjektive Betrachtungsweise. Aber, weil Politik hier nicht das Thema sein soll, man könnte auch andere Komponenten fokussieren, z.B. die individuelle Schönheit und den subjektive Wert - und sich somit an den wunderschönen Farben Griechenlands erfreuen. In real-life ebenso wie auf dieser feinsäuberlichen, ausgewogenen und hübschen Karte. Who can find it?

Den Kopf gesenkt, Gedanken nachschweifend und in Lernstoff verloren eilten wir den gefließten Schulgang entlang, an diesem so stillen Nachmittag. So still. Eine Stille, die so rein und seicht und behutsam-zerbrechlich den Gang erfüllte, dass wir innehielten, zuerst regungslos verharrten,  anschließend den Kopf - wie aus einer zerrenden Trance erwachend - hoben und verwundert umherblickten. Unsere beschäftigten und monotonen Schritte waren verklungen, hatten sich aufgelöst und nicht einmal mehr unser Atem war zu hören. Es war absolut still, tiefgründig und bedeutungsschwer still. Bis auf, oh werte Freunde, bis auf ein gaaaaanz leises, hauchzartes, papierdünnes Gluckern und Rauschen, Raunen und Wispern, Branden und Säuseln in einer derartig hellen Nuance, dass es fast unhörbar war, dass von den regen Treibeleien in unseren Köpfen übertönt wurde und sich erst entfalten konnte, nachdem unsere wirren Gedanken verstummt waren. Irgendwo fern quellten und pulsierten wabernde Wassermassen. Von den Geräuschen gefärbt schweiften unsere Blicke mit neu erblühtem Misstrauen und einer erwachten, scharfsinnigen Neugier durch den Gang, über die glänzenden hell gefließten Wände, den schimmernden Boden, in dem sich Licht von draußen spiegelte; und sowie sich unser Blick schärfte fiel uns das Licht auf. Das Licht! Denn im Gegensatz zu klarem, goldenen Nachmittagssonnenlicht - wie zu erwarten - war der Gang in einen bläulich wabernden und wogenden, uns nach sich ziehenden Schein getaucht, der auf dem gatten Boden hauchzart und unregelmäßig  wirbelte und zerfloss. Auf dem Boden, vor den Türen. Unser Blick zog weiter, wanderte am braunen Holz nach oben und blieb schließlich an dem rauen Glas über der Tür hängen. Das Glas, das  nie wahrgenommen wird, an dem vorbeigeeilt und -gelernt wird, ohne es zu beachten, das stickige Büffeleien von der luftigen Freiheit abtrennt; das Glas, dass durchsichtig wirkt, aber gar nicht zu sein scheint. Denn woher kommt die blaue und wabernde Lichtflut, wenn uns hinter der Tür glasklare und scharfe Realität getunkt in Tageslicht erwartet. Woher, nos amis? Aus einer anderen Welt? Aus dem See des Vergessens? Aus dem Meer des Wissens? Wir wissen, dass wir es nicht wissen. Eine Frage mehr in unserem ruhelosen Gehirn. Und je mehr die Gedanken in Schwung kamen, desto regloser wurde das Geflirre und Gekräusle im Fensterglas (-see?), desto leiser wurden die Wasserwabereien. Und nun stehen wir da, in unserem Schulgang, der doch einem Schwimmbadgang so ähnlich sieht.

 

Dieses BdW ist der Bedeutungslosigkeit gewidmet.

Der Tag flaniert und fließt und schwappt gemächlich vor sich hin, in einer undefinierten und schwammigen Nichtsigkeit, wie sie schon Gorgias kannte. Es ist ein Meer aus bedeutungsschwerer Leere, Leichtigkeit und Langeweile. Nun stecken wir innerhalb der Phase der Schulzeit, die den Sommerferien am nächsten ist, noch scheinbar ewig entfernt von den Großen Erlösenden Ferien, fest.

Aber ebenso wie ein Schatten, der flirrend und wabernd auf eine weiße Wand fällt, wie ein Sonnenstrahl, der die Zuckerwattenwolkendecke mit einem glasklaren Schimmer durchbricht, wie ein weißes Blatt, das schwer und leer und bedeutungsvoll vor uns liegt, mit fliegender Hand beschrieben wird, ist es unsere Aufgabe der Bedeutungslosigkeit den Hauch an interessanter Schwadroniererei einzutröpfeln.

Neulich: die Erasmus-Kollegiaten unterwegs in einer fremden Stadt. Plötzlich schwebt ein Gespenst vorbei. Schreien ist nicht, denn Gespenster werden seit 2008 laut der NATO-Notverordung 65 § 8 Abschn.2 als bedrohte ethnische Minderheit behandelt und zusätzlich vom Landesbund für Vogelschutz als Rote-Liste-Spezies geführt...weitere Schmälerung ihres Selbstvertrauens durch überzogene Überreaktionen wäre daher kontraproduktiv für die Widerherstellung eines gesunden Selbstbewusstseins der Spezies.

Was macht daher der Erasmus-Kollgiat von Welt: er lüpft seinen Hut und salutiert dem Weltgeist. Après tout bleibt er doch unser Freund und Vorbild.

Wir haben mal wieder in dem hintersten Winkel unseres Kopfes nach neuen Ideen gesucht, und dabei unsere alte Rubrik "Magical Investigations" aufgestöbert, et voilà: Unsere Bibliothek weist einige unbestreitbare Parallelen mit der Bibliothek von Hogwarts auf, genauer gesagt mit der uns wohl bekannten "Verbotenen Abteilung", die nur Oberstufenschüler oder solche mit ein besonderen Genehmigung aufsuchen dürfen. Und gerade als Madame Wiencke - oder war es Madame Pince? - über eine Liste vertieft war, schlichen wir uns an ihr vorbei in die sagenumwobene, schattendurchflutete  und stauberfüllte Verbotene Abteilung - traut ihr euch auch?

 

Während der (zugegebenermaßen (für mich) poetischen) Ethikstunde (und in der faszinierenden Farblehre von Goethe in Gedanken verloren) :

- Eine ebenso abgewetzte wie schillernde Schwadroniererei -

    Die wogende Grautönigkeit
    Zerfließt in hauchzartes Blau
    Uns nach sich ziehend und weich und weit *
    Grashalme  leicht benetzt von Tau
    Sich wiegen schillernd, bedacht
    Im müden gold'nen Frühlingsmorgenlicht
    Ergrünte Bäume rauschen so sacht
    Sehnsuchtsvoll, verloren, sinnlich
    frühlingswild
    dunstverhüllt
    dufterfüllt
    Von Vanille, frischem Gras und regenvollen Wolken
    Von Rauschen und Summen und Stoben.

*siehe Goethe

Der Frühling ist gekommen! Die Zeiten sind so gut, dass schon das Gerücht umgeht, aus dem verspannten Wasserspender fließe seit neuestem Milch und Honig. Darauf stoßen wir an!

Fröhliches Frühjahr, Friends!

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Kinder, nehmt nur keine Süßigkeiten von Fremden an - oder vielleicht eher: nehmt nur keinen Holunderwein from Fremden an! Denn was haben wir in unseren Getränken nicht schon alles diffusieren sehen: Ekelhaft-Medizin, K.o.-Tropfen, Arsen, Spitzenhäubchen, Spinnen, Kräcker...prägt euch den folgenden Reim gut ein und gebt ihn nach Möglichlichkeit auch an eure eigenen Kinder weiter:

Der eine verwandelt noch Wasser in Wein // der nächste tut 'ne Prise Arsenicum rein!

 In diesem Sinne Prost, cheers und cin-cin, euer BdW :)

„Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land."

Die Franzosen bringen den Frühling mit aus Perigueux - et ils brillent et rayonnent et étincelent, les rayons de soleil français.

Schon immer sinkt das Schiff der Motivation, doch wann wird es ganz abstürzen? - Immer balder!

Wenn es soweit sei: erinnert euch an die Tugenden des klassischen Gentlemans und der sozialen Marktwirtschaft, denkt auch mal an die Verlierer des Gesetzes der Stärkeren! Denkt an die Schwachen! Die Frauen und Kinder! Wenn es brennt, ist uns der Feminismus doch nicht so wichtig:

Tragt eure Fräuleins raus // aus dem qualmend' Haus!

 

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