+++ Herzliche Einladung zur Informationsveranstaltung für Viertklässler und deren Eltern am 10.03.2018 ab 9.15 Uhr am Erasmus-Gymnasium (Ablaufplan, Schulflyer, Stundentafel)+++

Bild der Woche

Sie haben schon den ganzen Abend gesucht und keine gefunden? Ihre Frau hat auch keine gefunden? Nichtmal Ihr Doktor hat eine gefunden? Nichtmal der Abgeordnete Ihres Wahlkreises hat eine gefunden? Sie können aufhören zu suchen - es gibt nämlich keine! Schon ein Fünfti versteht, dass die Begriffe "Politik aktuell" und "Erscheinungsdatum 2010" ein formvollendetes Oxymoron darstellen. In selbigem Jahr des Herren war der durchschnittliche Zwölftklässler, welcher das Werk heute zum eifrigen Studium nutzt, in der 7. Klasse und ambitioniert am Lateingrammatisieren. Die Europäische Union hatte noch 27 statt 28 Mitgliedern und Angela Merkel war erst seit frischen fünf Jahren Bundeskanzlerin. Die Eurokrise befand sich noch in einem zaghaften Frühentwicklungsstadium, der Krieg in Syrien war nichts als eine ferne Zukunftsahnung.

Viel - traun fürwahr - hat sich seitdem verändert, eines jedoch ist heute immer noch so wie damals: Für Bildung ist zu wenig Geld da, und deshalb werden Sozibücher schon mal ein halbes Jahrzent lang als aktuell definiert. Wie gut, dass es bezüglich politischer Bildung im Staatsgebiet des See Horsthofer genügt, den Namen des aktuellen Ministerpräsidenten zu kennen!

 

Ein Biologe ward gesichtet, gespannt wie sonst nur seine Unterrichteten beim Abstieg in Medienraum zum Zwecke des Klausurschriebs! Doch sein hochfrequentiertes Aktionspotential war nicht verschwendet. Der mit Ungeduld erwartete Besuch - natürlich Konstantin Wecker, unser Schulpate in der Aktion "Schule ohne Rassismus" - erfüllte alle exponentiellen Erwartungen mit Leichtigkeit. Ein Mahner der Menschlichkeit, dessen Stimme in diesen Zeiten eher noch an Lautstärke zulegen sollte!

 

Otto Normalschüler kann in seiner Schmalspürer-Existenz von solchen Einblicken nur träumen! In den Eingeweiden des blauen Schlosses hangelt sich BdW durch die Spaghettikonstruktion des Dachbodens, für die dereinst der italienische Appenin abgeholzt wurde. Plötzlich bricht die Nacht herein und wir finden nicht mehr zurück. Findig sägen wir einen halben Meter Balken heraus und wärmen uns an den prasselnden Flammen. Übermüdet kringeln wir uns um einen Querträger und schmiegen uns an das seidige Holz. Am nächsten Tag brechen wir zu früher Stunde wieder auf, um unsere Expedition zu komplettieren. Wir luren um ein Eck und siehe da: das Ende der Treppe ist erreicht! Der Balkon des Lebens breitet sich vor uns aus!  Wir recken unsere Riechorgel in den frühlen Frischlingswind und schnupppern den neuen Tag. Diese einzigartige Erlebnis wurde von Ihren Steuergeldern finanziert! Werden auch Sie ein Teil des Homepageteams!

 

Ambitionierte Studiosi, die wir BdW-Redakteure sind, sind wir natürlich stets auf Fortbildung aus. Dazu konsumieren wir als primäres Medium  auch die lokale Tageszeitung, die aktuelle Lokalzeitung, die tägliche Ortszeitung, die örtliche Aktuellzeitung, die zeitliche Örtung...und wenn uns unsere Studien einmal über den Kopf wachsen und die Rechtschreibung vor unseren Augen verschwimmt, suchen wir Ruhe und Erholung in einer Werbebeilage. Über ansprechende Angebote wie dieses hier freuen wir uns besonders!


Das Firmament ist hoch und tiefblau, bauschige Cumuluswolken werden vom Passat über die Steppe getrieben. Die Luft, trocken, heiß wie ein handlesüblicher Haarfön auf Leistungsstufe, riecht nach Affenbrot. Soweit wie das Auge reicht krümeliger  Lehmboden, der vor Trockenheit in giraffenartige Muster zerpringt. Sandkörnchen hüpfen umher und verfangen sich schließlich in schlankem, dezent grün-braunen Steppengras. In der Nähe: ein Wasserloch. Filigrane Flamingos haben sich in der Dreckbrühe versammelt, modisches Pink, Beine wie Zeltstangen. Sie putzen sich gegenseitig, angeln im Wasser nach Krebschen und  Plastiktüten (jedoch nicht den dünngedruckten zum Einpacken von Obst, vgl. EU-Verordnung) und schnurren wohlig unter den Sonnenstrahlen Sibiriens. Verbringen auch Sie ihren nächsten Urlaub in der Region Jakutsk! Oder lassen sie sich im EG-Keller von einem Haufen alter Kartenständer inspirien, welcher sensitive Zeitgenossen sofort auf exotische Gedanken bringt. Schönen Urlaub!

 

Allzu oft holen sie uns unvermittelt ein, die abstrakten Grundfragen des Daseins: Was ist der Sinn des Lebens? Wie kann ich meinen Taschenrechner doch dazu bringen, durch Null zu teilen - und was passiert dann? Bin ich ein freies Individuum? Und ganz besonders: Was ist schön?

Besondere Dringlichkeit erlangt letztere Problematik immer am Anfang eines neuen Schuljahres, wenn die Kunstwerke des alten, für die leider aus irgendeinem Grund kein Platz mehr an der Treppenhauswand war, ihren Besitzern zurückgegeben werden. Man sieht sich mit dem eigenen Erzeugnis konfrontiert und muss sich fragen: soll ich es bis zum Studium aufheben oder gleich wegschmeißen? Der große Komplex von der Suche nach dem Guten, Wahren und Schönen wird so heruntergedampft auf den Gang zum Mülleimer oder eben nicht. Stumme Zeugen davon finden wir zur Zeit überall im Haus.

Ein Tierchen kehrt zurück in seinen Bau - und zack! - DER MOMENT!

Auch dir ist er sicherlich ein Begriff. Du besuchst diese blaue Burg seit 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 Jahren und stehst jedes Mal wieder wie ein Depp vor der Tür...und ziehst...und rüttelst...und ziehst...und wirst schließlich von hilfsbereiten, mitleidigen Passanten darauf hingewiesen: Drücken. Du drückst - und zack! - DER MOMENT! Die Tür schwingt wie von Zauberhand auf.

Mesdames et messieurs, Ladys and Gentlemen, Hunde und Katzen, Willkommen zurück!

Griechenland geistert derzeit unübersehbar durch die Nachrichten; überall klebt ein Stückchen Information, Resignation oder Solidarität. Und auch unsere Schule prägt das kleine Land, wenn auch weniger aus politischen Gründen, denn humanististischer Tiefsinnigkeit.

 Inmitten jenes unselbstständigen und bestimmenden σύγχυση {Wirrwarrs} bleibt dennoch  eine Sache, die weder den Griechen, noch den Deutschen, noch anderen Europäern oder Weltbewohnern genommen werden kann, die sich individuell entfalten und im Geiste nicht unterdrückt werden kann, etwas das alle gemeinsam haben. Die subtile subjektive Betrachtungsweise. Aber, weil Politik hier nicht das Thema sein soll, man könnte auch andere Komponenten fokussieren, z.B. die individuelle Schönheit und den subjektive Wert - und sich somit an den wunderschönen Farben Griechenlands erfreuen. In real-life ebenso wie auf dieser feinsäuberlichen, ausgewogenen und hübschen Karte. Who can find it?

Den Kopf gesenkt, Gedanken nachschweifend und in Lernstoff verloren eilten wir den gefließten Schulgang entlang, an diesem so stillen Nachmittag. So still. Eine Stille, die so rein und seicht und behutsam-zerbrechlich den Gang erfüllte, dass wir innehielten, zuerst regungslos verharrten,  anschließend den Kopf - wie aus einer zerrenden Trance erwachend - hoben und verwundert umherblickten. Unsere beschäftigten und monotonen Schritte waren verklungen, hatten sich aufgelöst und nicht einmal mehr unser Atem war zu hören. Es war absolut still, tiefgründig und bedeutungsschwer still. Bis auf, oh werte Freunde, bis auf ein gaaaaanz leises, hauchzartes, papierdünnes Gluckern und Rauschen, Raunen und Wispern, Branden und Säuseln in einer derartig hellen Nuance, dass es fast unhörbar war, dass von den regen Treibeleien in unseren Köpfen übertönt wurde und sich erst entfalten konnte, nachdem unsere wirren Gedanken verstummt waren. Irgendwo fern quellten und pulsierten wabernde Wassermassen. Von den Geräuschen gefärbt schweiften unsere Blicke mit neu erblühtem Misstrauen und einer erwachten, scharfsinnigen Neugier durch den Gang, über die glänzenden hell gefließten Wände, den schimmernden Boden, in dem sich Licht von draußen spiegelte; und sowie sich unser Blick schärfte fiel uns das Licht auf. Das Licht! Denn im Gegensatz zu klarem, goldenen Nachmittagssonnenlicht - wie zu erwarten - war der Gang in einen bläulich wabernden und wogenden, uns nach sich ziehenden Schein getaucht, der auf dem gatten Boden hauchzart und unregelmäßig  wirbelte und zerfloss. Auf dem Boden, vor den Türen. Unser Blick zog weiter, wanderte am braunen Holz nach oben und blieb schließlich an dem rauen Glas über der Tür hängen. Das Glas, das  nie wahrgenommen wird, an dem vorbeigeeilt und -gelernt wird, ohne es zu beachten, das stickige Büffeleien von der luftigen Freiheit abtrennt; das Glas, dass durchsichtig wirkt, aber gar nicht zu sein scheint. Denn woher kommt die blaue und wabernde Lichtflut, wenn uns hinter der Tür glasklare und scharfe Realität getunkt in Tageslicht erwartet. Woher, nos amis? Aus einer anderen Welt? Aus dem See des Vergessens? Aus dem Meer des Wissens? Wir wissen, dass wir es nicht wissen. Eine Frage mehr in unserem ruhelosen Gehirn. Und je mehr die Gedanken in Schwung kamen, desto regloser wurde das Geflirre und Gekräusle im Fensterglas (-see?), desto leiser wurden die Wasserwabereien. Und nun stehen wir da, in unserem Schulgang, der doch einem Schwimmbadgang so ähnlich sieht.

 

Dieses BdW ist der Bedeutungslosigkeit gewidmet.

Der Tag flaniert und fließt und schwappt gemächlich vor sich hin, in einer undefinierten und schwammigen Nichtsigkeit, wie sie schon Gorgias kannte. Es ist ein Meer aus bedeutungsschwerer Leere, Leichtigkeit und Langeweile. Nun stecken wir innerhalb der Phase der Schulzeit, die den Sommerferien am nächsten ist, noch scheinbar ewig entfernt von den Großen Erlösenden Ferien, fest.

Aber ebenso wie ein Schatten, der flirrend und wabernd auf eine weiße Wand fällt, wie ein Sonnenstrahl, der die Zuckerwattenwolkendecke mit einem glasklaren Schimmer durchbricht, wie ein weißes Blatt, das schwer und leer und bedeutungsvoll vor uns liegt, mit fliegender Hand beschrieben wird, ist es unsere Aufgabe der Bedeutungslosigkeit den Hauch an interessanter Schwadroniererei einzutröpfeln.

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